DAS GELD BEHERRSCHT DIE MENSCHEN

Kundgebung vor dem Gericht Celle Prozessauftakt gegen Daniela Klette

Heinz

In Celle war am 25.3.2025, am Tag des Auftaktes des Prozesses gegen Daniela Klette wegen gemeinschaftlich begangener Überfälle auf Geldtransporte vor dem Oberlandesgericht von Aktivisten zur Freilassung politischer Gefangener ein Spruchband aufgespannt worden mit einer von Bert Brecht stammenden Frage: “Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“ Es herrschte vor dem Gericht ein reger Busverkehr und viele Fahrgäste konnten die Parole aufnehmen.
Sie ist ein sehr berühmter Satz aus der Dreigroschenoper von Bertolt Brecht, die am 31. August 1928 im Theater am Schiffbauerdamm in Berlin uraufgeführt wurde und steht in engen Zusammenhang zur damals größten Finanzkrise, die Millionen von Menschen enteignet hat und ein wesentlicher Katalysator für den Aufstieg der NSDAP und den Weg in den Dritten Weltkrieg werden sollte. Diese Worte stammen von Wolf Wetzel, die er am 23.3.2025 schriftlich festhielt.
Die Frage von Brecht kann heute aktualisiert werden: Was ist ein Geldtransportüberfall gegen die Gründung einer Geldtransportfirma? Es besteht kein qualitativer Unterschied zwischen beiden Sorten von Geldfetischisten, die der Welt von gestern angehören.
Das Geld ist eine besondere Ware, in der kapitalistischen Gesellschaft das allgemeine Äquivalent. Für Geld ist in der kapitalistischen Warenproduktion alles käuflich, und es scheint, als sei das eine natürliche Eigenschaft des Geldes. Unter den Verhältnissen der kapitalistischen Warenproduktion verkörpert das Geld tatsächlich eine Macht. Diese Macht ist aber dem Geld nicht von Natur eigen. Das Geld erlangt diese Verkörperung von gesellschaftlicher Macht vielmehr dadurch, dass es als Verkörperung abstrakter, anerkannter gesellschaftlicher Arbeit wichtige gesellschaftliche Verhältnisse vermittelt. Das ist möglich, weil es als historisches Produkt der Warenproduktion die Funktion eines allgemeinen Äquivalents ausübt.
Marx schreibt im Kapital: „Wenn aber das Geld die einzige Bande des Menschen mit der Natur ist, ist nicht das Geld das Band aller Bänder?“
Eine alltägliche Begebenheit: Am Geldautomaten heißt es: Abstand nehmen. Eben: Arbeit vereint, Eigentum trennt. Es kann auch so ausgedrückt werden: Jeder für sich, Gott für uns alle. Kriminell ist nicht, wer danach trachtet, diesen perversen Zustand, wenn auch mit umstrittenen Mitteln, aufzuheben, sondern der, der ihn aufrechterhält.
Georg Büchner hatte 1834 in seinem „Hessischen Landboten“ geschrieben: Die Justiz ist die Hure der Fürsten, heute muss es heißen: Der Kapitalisten. Zehn Jahre nach Büchner hatte der junge, 26-jährige Marx in seiner Frühschrift „Zur Judenfrage“ herausgestellt, dass das Geld ein dem Menschen fremdes Wesen ist, das ihn beherrscht und das er anbetet. Zur gleichen Zeit, noch unabhängig von Marx, hatte der junge Engels als 23jähriger herausgestellt, dass der Kapitalismus das Verbrechen magisch anzieht: “Die Ausdehnung des Fabriksystems hat überall eine Vermehrung der Verbrechen zur Folge. Man kann die Anzahl der Verhaftungen, Kriminalfälle, ja die Anzahl der Morde, der Einbrüche, der kleinen Diebstähle usw. für eine große Stadt oder einen Bezirk mit jedesmal zutreffender Genauigkeit alljährlich vorausbestimmen, wie dies in England oft genug geschehen ist. Diese Regelmäßigkeit beweist, daß auch das Verbrechen von der Konkurrenz regiert wird, daß die Gesellschaft eine Nachfrage nach Verbrechen erzeugt, der durch eine angemessene Zufuhr entsprochen wird, daß die Lücke, die durch die Verhaftung, Transportierung oder Hinrichtung einer Anzahl gemacht, sogleich durch andere wieder ausgefüllt wird, gerade wie jede Lücke in der Bevölkerung sogleich wieder durch neue Ankömmlinge ausgefüllt wird, mit andern Worten, daß das Verbrechen ebenso auf die Mittel der Bestrafung drückt wie die Völker auf die Mittel der Beschäftigung. Wie gerecht es unter diesen Umständen, abgesehen von allen andern, ist, Verbrecher zu bestrafen, überlasse ich dem Urteil meiner Leser“. (Friedrich Engels, Umrisse zu einer Kritik der Nationalökonomie, Werke, Band 1, Dietz Verlag Berlin, 1960,523).

SOFORTIGE FREILASSSUNG VON DANIELA KLETTE!

Wie für Reaktionäre eine halbe Religion von Gott abführt, so dürfen Revolutionäre nicht auf halben Weg stehenbleiben:

SOFORTIGE INHAFTIERUNG DER CELLER STAATSCHUTZJURISTEN!