Internationale Faktoren des Massakers in den 1980er Jahren im Iran

iran protest frau hebt faust in tränengas

Rat der Sozialisten und Freidenker

Jedes große Ereignis in einem Land hat meist internationale Ursachen.
Zum Beispiel wurden 1961 im Iran Landreformen durchgeführt. Millionen arme Bauern verloren ihr Land und zogen in die Städte. Dort begannen sie als neue Industriearbeiter zu arbeiten und stellten die notwendige Arbeitskraft für die Montageindustrie im Iran bereit. Wenn wir die Wurzeln betrachten, sehen wir, dass dieses Programm gleichzeitig in vielen anderen Ländern umgesetzt wurde. Es sollte die Arbeitskraft für das aus den USA und anderen imperialistischen Staaten exportierte Kapital sichern. Dieses „Kennedy-Programm“ diente dem Übergang der Entwicklungsländer vom Feudalismus zum Kapitalismus.
Auch das Massaker an politischen Gefangenen in den 1980er Jahren hatte seinen Ursprung in den Forderungen des globalen Finanzkapitals. Ohne diese internationalen Wurzeln zu berücksichtigen, ist es unmöglich, solche tragischen Ereignisse zu verstehen und zukünftige Wiederholungen zu verhindern.
Bis 1991 war das internationale Kapital aufgrund der riesigen Anhäufung von Mehrwert an der Spitze der Weltwirtschaft blockiert. Kapital wurde zu Geld, das nach neuen Wegen suchte, um sich wieder in Bewegung zu setzen.
Der achtjährige Krieg zwischen Iran und Irak endete am 18. Juli 1988. Die iranische Wirtschaft war dadurch bankrott und zusammengebrochen. Schon ein Jahr vor Kriegsende war die Weltbank in Gesprächen mit der iranischen Regierung über Kredite. Die wichtigste Bedingung für einen Kredit war: ein Wirtschaftswachstum von 6%, was eine Verteuerung der Währung, die Freigabe der Preise, steigende Lebenshaltungskosten und die Abwertung der Arbeitskraft bedeutete. Dazu kamen Lohnkürzungen, geringere Rentenzahlungen, steigende Arbeitslosigkeit und die Privatisierung staatlicher Betriebe.
Solche Bedingungen hätten zwangsläufig zu einem Volksaufstand der Arbeiter und Unterdrückten geführt. Um dies zu verhindern, begann unmittelbar nach Kriegsende das Massaker an politischen Aktivisten – innerhalb von zwei Monaten wurden mehr als 20.000 Menschen hingerichtet. 1990 reiste der Vertreter der Weltbank in den Iran und unterzeichnete einen Kreditvertrag über 72 Milliarden Dollar.
Ein ähnliches Massaker aus denselben kapitalistischen Motiven fand im Irak statt: 1988 wurden dort 183.000 politische Aktivisten, vor allem Kurden, ermordet. So wurde der Weg für das internationale Kapital und die Weltbank frei.
Auch in anderen Ländern wurden Massaker mit unterschiedlichen Vorwänden durchgeführt: Uganda (1986), Äthiopien (1985), Sudan (angeblich Bürgerkrieg 1988), El Salvador und andere.
Schlussfolgerung: Angesichts solcher Verbrechen bleibt keine andere Möglichkeit, als die weitestgehende internationale Einheit zu schaffen. Internationale Verbrechen müssen auch international beantwortet werden. Deshalb ist der Internationalismus heute eine lebenswichtige Voraussetzung für den Sieg revolutionärer Bewegungen. Wir müssen über den nationalen Rahmen hinausgehen und uns fest auf den Internationalismus stützen.