Die kleine Patrizia und der Traum nach dem großen Ding

Buchbesprechung von Martin Eickhoff

In der Vergangenheit hatten wir schon ein paar Mal über die 34 jährige NDR-Journalistin Patricia Schlosser und ihren großen Traum berichtet. Nachdem sie ja keine Belohnung erhalten hat, indem sie ja Ernst-Volker, Burkhard und Daniela nicht gefunden hat – bekam sie für Ihr sinnloses Hörbuch einen höheren Geldpreis. Da dies für Ihre narzistische Veranlagung ja nicht reicht, veröffentlichte Sie ein Buch mit dem hirnrissigen Titel „Im Untergrund: Der Arsch von Franz Josef Strauß, die RAF, mein Vater und ich.“

Das große Ding, der Traum von Frau Schlosser ist, neben dem monitäten Aspekt, die drei auftreiben aufzutreiben, interviewen kann und sich nun ins helle Licht der interessierten Öffentlichkeit stellen kann.

Behütet aufgewachsen ist unser Schlosserkindchen im spießigen Bayern, Ihr Vater Guido war staatstreuer Bulle blickt er politisch und blick mit seinem Töchterchen auf die Geschehnisse rund um die RAF.

Ihr Vater war während der Olympischen Spiele 1972 in München in die Aktionen im Rahmen nach einer Intervention eines palästinensisches Kommandos „Schwarzer September“ auf die israelische Olympiamannschaft eingesetzt worden.
(Die Palästinenser forderten die die Freilassung von 200 Gefangenen aus israelischen Haft Red.)
Später studierte die kleine Patrizia u.a. Neuere Deutsche Literatur, Iranistik und Theaterwissenschaften, jedoch alles ohne Abschluß. Parallel absolvierte sie eine Journalistenausbildung an der Journalistenschule ifp in München.

Ihre drei sogenannten „Phantome“ tauchen immer wieder auf und ihnen werden Enteignungsaktionen bei Supermarktketten und Geldtransportern vorgeworfen. Doch wer diese drei sind, wie und wo leben sie im Untergrund und wer gehört heute noch zu Sympathisanten und gibt es noch eine sogenannte linksterroristische Szene – diesen Fragen will die junge Journalistin Patrizia Schlosser in ihrem jüngst erschienenen Buch nachgehen. Auf mehr als 250 Seiten will Sie sich partout auf der Suche nach den Dreien machen und dem auch heutigen Sympathisantenumfeld geknüpfen. Hier trifft Sie sich auch mit Menschen aus dem Umfeld unseres Gefangenen Infos, dieses Gespräch wird zwar erwähnt, aber unser Vertreter pseudonymisiert. Immer im Schlepptau mit Ihrem 68 jährigen Papa. Und immer fast weinerlich, wenn VertreterInnen der Linken nicht mit Ihr reden wollen oder mit reden und das Interview zurückziehen.
( Der Kontakt zu Schlosser wurde vom GI abgebrochen. GI 419, Seite 19
http://www.gefangenen.info/informationen-zu-der-journalistin-patricia-schlosser/)

Dass die mit kurzzeitigen RAF-Mitglied Christoph Wackernagel gesprochen hat, der sich heute von linker und radikaler Politik distanziert, erfüllt Patrizia mit großem Stolz in sämtlichen Talkshows. Auch, wie toll, dass Sie viele AutohändlerInnen befragt um einen zu finden, der Ernst-Volker mal ein Auto verkauft hat und dann wow, sogar einen gefunden hat. Ebenso hat Sie mit Thomas Walter von der Gruppe „K.O.M.I.T.E.E.“ gesprochen und mit ihr über den Signalmessanger und dessen Weg in den Untergrund nach Venezuela unterhalten haben und dieser mit Ihr über seine Gedanken, wie er zum Beispiel seine Katze mit in den Untergrund nehmen wollte. Genauso meinte Sie mit Herrn Dahlke, vom Verfassungsschmutz sich zu unterhalten, der natürlich auch seine Ergrüsse abliefern musste, so dass Schlosserchen im Ende durch ganze Deutschland tingelte und sogar mit Ihrem Papa in Jordanien abhing, um irgendwas und irgendwelche Kontakte herauszufinden.

Dies mißlingt Ihr gründlich, das Buch bringt keine besonderen Neuigkeiten und ob es so spannend ist ein Buch zu schreiben, mit den Erkenntnissen, dass Dani Klette in den 80er Jahren mal bei einem Prozess einer Genossin einen Plastikelefanten zu geworfen hat, ist die Frage. Insgesamt dreht das Buch sich eher um die drei herum wird eine konfuse Geschichte aufgebaut, die zwischen der Olympia-Aktion von 1972 und der Aktion gegen Herrhausen 1989 hin und herspringt, begriffs- und belanglos. Ständiges Gejammer über eine angebliche Macho-Kultur einer angeblichen politischen Avantgarde erzählt und dumme Scheiße, wie sie sich selbst bejammert, das die Rote Hilfe Sie doch nicht zurückgerufen hatte, nachdem Sie in Wiesbaden angerufen hatte. Auch zeigt sich ihr Papa von seiner besten antilinken und typische Bullen-Seite, der die These vertritt „Wo gehobelt wird, da fallen Späne“ und die ganzen Repressionsmethoden in den 70ern bis heute verharmlost und rechtfertigt. Interessant ist auch, dass im rechtsorientierten Antaios-Verlag ihr Buch angepriesen wird und das Verlag nennt es sogar frech“Sachbuch“. Eher geht es im Buch um die pseudopsychologische Bewältigung des Vater-Tochter-Konfliktes, indem Patrizia mit dessen Erfahrungen konfrontiert wird und um die Enttäuschung der Patrizia vor Ihr auf der alternativen Medienplattform „Indymedia“ auch bei im Gefangenen Info gewarnt wird. Da denkt mensch beim Lesen: „Scheiße, macht die sich wieder wichtig“. Ebenso, dass Sie selbst sich als „links“ bezeichnet.

Bezeichend sagt sie selbst in einem Interview mit der Zeit: „Eigentlich bestand die ganze Recherche aus lauter Diskussionen zwischen mir und meinem Vater, wie etwas einzuordnen ist, was gerecht ist und was nicht“.

Natürlich darf die Hufeisentheorie nicht fehlen, indem ein scheinbares Umfeld revolutionärer Linker mit Unterstützern der braunen Mordbande NSU verglichen wird und denkt, dass „Linksextremismus“ viel zu harmlos in unserer Bevölkerung betrachtet wird. Das Menschen für Ideale sogar in den Untergrund gehen, geht natürlich in das schlosserche Gehirn nicht rein.

Im Endeffekt muss mensch sagen, dass die 18 Euro nicht sinnvoll investiert sind, mit dem Geld wäre es eher sinnvoll, das Netzwerk für die politischen Gefangenen oder unsere Zeitschrift Gefangenen Info zu unterstützen.

Ob Frau Schlosser neben Ihrem offiziellen Wirken, auch intensiv für staatliche Repressionsorgane arbeitet können wir leider 100% sicher verifizieren. Ihr Wirken sollte jedoch konsequent negiert werden und Ihr kein Forum geboten werden.

Martin Eickhoff
Weiterer Artikel zu Schlosser:
GI 422, Seite 38